Hundekrankheiten Lexikon: Hepatitis contagiosa canis

Hundekrankheiten Lexikon: 

Hepatitis contagiosa canis

Die Hepatitis contagiosa canis (Hcc, „Ansteckende Leberentzündung der Hunde“, Rubarthsche Krankheit, Fuchsenzephalitis, infectious canine hepatitis (ICH)) ist eine durch ein Virus hervorgerufene Leberentzündung der Hunde. Insgesamt wird die Erkrankung – als Folge wirksamer und umfassender Impfmaßnahmen – heute nur noch selten beobachtet.
Symptome: Die Symptome variieren je nach Verlaufsform sehr stark. Allgemein kann gesagt werden, dass die Prognose umso ungünstiger ist, je akuter die Krankheit verläuft.

Per akuter Verlauf: Beim per akuten Verlauf zeigt sich hohes Fieber, Apathie, vermehrte Wasseraufnahme (Polydipsie) und Fressunlust. Häufig findet man infolge einer Gerinnungsstörung (DIC) feinste Blutungen (Petechien) in den Schleimhäuten sowie blutiges Erbrechen und Durchfall an. Durch Einblutungen ins Gehirn können neurologische Symptome auftreten, welche sich gleichfalls infolge eines Leberversagens durch Überlastung mit toxischen Stoffwechselprodukten entwickeln können. Die Atem- und Plusfrequenz sind erhöht. Nach wenigen Stunden, bis maximal 3 Tagen, tritt der Tod ein.

Akuter Verlauf: Der akute Verlauf beginnt ebenfalls mit hohem Fieber, Apathie und Fressunlust. Die Mandeln und Lymphknoten sind geschwollen. Zudem wird häufig eine leichte Bindehaut- und Nasenschleimhautentzündung beobachtet. Nach einer Phase von 3–7 Tagen tritt eine scheinbare Erholung ein, die aber von einem zweiten, meist geringradigeren Fieberschub gefolgt wird.
Die Leberpalpation ist im allgemeinen schmerzhaft.

Darüber hinaus können Nierenschäden durch Ablagerung von Immunkomplexen in den Nierenkörperchen auftreten, die sich durch das Auftreten von Eiweiß im Harn (Proteinurie) äußern. Die gleiche Ursache haben die hin und wieder beobachtete Eintrübungen der Augenhornhaut (blue-eye-Syndrom, siehe unten).

Subakuter Verlauf: Der subakute Verlauf beginnt wie der akute, nur sind die Symptome weniger stark ausgeprägt. Nach 1–3 Wochen treten eine Trübung der Hornhaut (blue-eye-Syndrom) und Allgemeinstörungen auf, die 1 bis 2 Wochen später meist spontan ausheilen.
Latenter Verlauf: Der latente (subklinische) Verlauf scheint die häufigste Form zu sein, die Erkrankung zeigt hier nur geringe Symptome und wird damit nur selten erkannt.

Diagnose, Differentialdiagnosen: Neben den oben bereits beschriebenen Symptomen weisen betroffene Tiere oft einen Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und eine Erhöhung der Aktivität von Leberenzymen auf. Die Blutgerinnungszeit kann infolge einer Verbrauchskoagulopathie deutlich verlängert sein. Viele Patienten scheiden Proteine und Bilirubin über den Harn aus. Eine endgültige Diagnose ist über die Isolierung von Virusmaterial aus dem Nasensekret, dem Blut oder dem Urin möglich oder mittels der histologischen Untersuchung einer Leberbiopsie möglich.

Staupe, Parvovirose, Leptospirose sowie bakterielle oder eine durch andere Viren hervorgerufene Tonsillitis bilden die wesentlichen Differentialdiagnosen. Die Schleimhautblutungen und plötzliche Todesfälle können an eine Vergiftung mit gerinnungshemmenden Substanzen erinnern.
Therapie: Eine kausale Therapie ist nicht möglich. Über die Verabreichung von spezifischen Immunglobulinen oder Interferon kann ein Behandlungsversuch unternommen werden, dessen Wirkung jedoch nicht bewiesen ist. Daneben sind unterstützende Maßnahmen im Sinne der symptomatischen Therapie sinnvoll.

Prophylaxe: Für die Prophylaxe werden meist Kombinationsimpfstoffe eingesetzt, die neben Hcc auch gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut immunisieren und von den verschiedensten Herstellern angeboten werden. Der Einsatz von Lebendvakzinen kann hier das Auftreten des blue-eye-Syndroms hervorrufen. Günstiger ist daher der Einsatz inaktivierter Vakzine oder heterolog attenuierter CAV-2-Lebendvakzine, die diesen Effekt vermeiden.

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Hundekrankheiten-Lexikon mit freundlicher Genehmigung der LESIA Tierklinik Düsseldorf

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