Hundekrankheiten Lexikon “Indolentes Ulcus”

Hundekrankheiten Lexikon: Indolentes Ulcus

Die Bezeichnung „indolentes Ulcus“ heisst übersetzt „schmerzfreies (Hornhaut-) Geschwür“. Dies trifft leider nicht in allen Fällen zu. Es handelt sich immer um einen oberflächlichen (epithelialen) Defekt. Der Auslöser für das Ulcus ist meist nicht mehr nachvollziehbar. Der Defekt scheint in vielen Fällen zunächst zuzuheilen, aber er reißt immer wieder auf. Grund ist die schwache bis fehlende Haftung der äußersten Hornhautzellen am Untergrund, der Basalmembran. Zum einen werden zu wenige Zellanker ausgeprägt (Hemidesmosomen) zum anderen verändert sich auch die Basalmembran.

Diese Art von Defekten tritt häufig bei älteren Tieren auf und Boxer sind überdurchschnittlich häufig betroffen (daher der Name Boxerulcus). Da diese Defekte auch an anderen Stellen oder auf dem anderen Auge häufig wiederkehren, scheint es auch eine gewisse Veranlagung zu geben. Als Therapie werden lokale Augentropfen oder Augensalben verschrieben. Außerdem kann man lockeres Epithel mechanisch abtragen und die Hornhaut mittels Gitterkeratektomie etwas aufrauen.

Dies klingt schlimmer, als es ist und kann bei vielen Hunden unter Lokalanästhesie am wachen Tier geschehen. Die Heilung kann auch durch den Einsatz von Bandagelinsen unterstützt werden. Besonders hartnäckige Fälle müssen in seltenen Fällen operativ behandelt werden.

Das indolente Ulcus ist eine besonders hartnäckige Form des Hornhautdefekts. Die Therapie kann langwierig sein. Augenmedikamente, wiederholte Eingriffe an der Hornhaut unter Lokalanästhesie sowie Bandagekontaktlinsen ergeben gute Erfolge und können meist operative Eingriffe vermeiden.
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Hundekrankheiten-Lexikon mit freundlicher Genehmigung der LESIA Tierklinik Düsseldorf

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