
Das sogenannte „Cherry Eye“ entsteht durch den Prolaps der Tränendrüse hinter der Nickhaut. Manche Rassen scheinen prädisponiert.
Ursache ist meist eine Entzündung und Schwellung der Drüse. Bei großen Rassen kann die Nickhaut auch aufgrund eines zu langen oder schwachen Nickhautknorpels umknicken.
In den meisten Fällen muss dieser Zustand operiert werden. Die Entfernung der Drüse ist heutzutage als Kunstfehler anzusehen. Unter den verschiedenen Operationsmethoden bevorzugt die LESIA Tierklinik die sogenannte „Pockettechnik nach Morgan“, bei der die Drüse in einer Schleimhauttasche versenkt wird.
Hundekrankheiten-Lexikon mit freundlicher Genehmigung der LESIA Tierklinik Düsseldorf
Was ist ein Cherry Eye beim Hund?
Als Cherry Eye wird ein Vorfall der Drüse des dritten Augenlids bezeichnet. Die Drüse tritt aus ihrer normalen Position hervor und wird als rötliche oder rosafarbene Schwellung am inneren Augenwinkel sichtbar. Besonders junge Hunde und einige Hunderassen können häufiger betroffen sein.
Warum sollte die Nickhautdrüse erhalten bleiben?
Die Drüse ist an der Bildung der Tränenflüssigkeit beteiligt. Deshalb wird sie heute nach Möglichkeit nicht entfernt, sondern operativ an ihre ursprüngliche Position zurückverlagert und dort befestigt. Häufig kommen dabei sogenannte Taschen- oder Fixationstechniken zum Einsatz.
Eine Entfernung der Drüse kann das spätere Risiko für ein trockenes Auge erhöhen. Auch nach einer erfolgreichen Operation sollte die Tränenproduktion bei Kontrolluntersuchungen beobachtet werden.
Wann sollte der Hund tierärztlich untersucht werden?
Eine sichtbare Schwellung, Ausfluss, Rötung, Reiben am Auge oder andere Veränderungen sollten zeitnah tierärztlich untersucht werden. Augenprobleme können sich ähnlich sehen, aber unterschiedliche Ursachen haben.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder individuelle Behandlungsempfehlung.
Fachliche Quelle:
MSD Veterinary Manual: Cherry Eye beim Hund



































