Futterumstellung beim Hund: So gelingt der Futterwechsel

Hund vor zwei Näpfen mit altem und neuem Hundefutter

Ein abrupter Futterwechsel kann bei manchen Hunden zu weichem Kot, Blähungen, Erbrechen oder Futterverweigerung führen. Häufig ist es deshalb sinnvoll, das neue Futter schrittweise einzuführen. Wie langsam die Umstellung erfolgen sollte, hängt vom Hund, vom bisherigen Futter und vom Grund des Wechsels ab.

Das Wichtigste zur Futterumstellung

  • Bei einem normalen Futterwechsel altes und neues Futter über mehrere Tage mischen.
  • Empfindliche Hunde brauchen häufig mehr Zeit.
  • Nur eine Veränderung gleichzeitig vornehmen.
  • Kot, Appetit, Verhalten, Haut und Gewicht beobachten.
  • Bei starken oder anhaltenden Beschwerden die Tierarztpraxis kontaktieren.

Wie kann ein schrittweiser Futterwechsel aussehen?

Als praktische Orientierung kann die neue Nahrung zunächst nur einen kleinen Teil der Portion ausmachen. Anschließend wird ihr Anteil schrittweise erhöht, während der Anteil des bisherigen Futters sinkt.

  • Zu Beginn überwiegend bisheriges Futter und wenig neues Futter.
  • In der Mitte der Umstellung ungefähr gleiche Anteile.
  • Danach überwiegend neues Futter.
  • Am Ende vollständig das neue Futter, sofern es gut vertragen wird.

Das ist kein starrer Zeitplan. Bei einem robusten Hund kann die Umstellung schneller funktionieren. Bei empfindlicher Verdauung, älteren Hunden oder sehr unterschiedlichen Futterarten kann ein längerer Übergang sinnvoll sein.

Was sollte während der Umstellung beobachtet werden?

Kot und Verdauung

Eine kurzfristige Veränderung der Kotkonsistenz kann vorkommen. Starker Durchfall, wiederholtes Erbrechen, Blut im Kot, Bauchschmerzen oder deutliche Mattigkeit sind jedoch keine normale Begleiterscheinung.

Appetit und Trinkverhalten

Frisst der Hund deutlich weniger oder gar nicht, sollte nicht tagelang abgewartet werden. Das gilt besonders für Welpen, kleine Hunde, Senioren und Hunde mit Vorerkrankungen.

Haut und Ohren

Juckreiz oder Ohrprobleme beweisen nicht automatisch eine Futterallergie. Bei wiederkehrenden Beschwerden ist eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät aussagekräftiger als häufige spontane Futterwechsel.

Gewicht und Futtermenge

Das neue Futter kann eine andere Energiedichte besitzen. Deshalb muss die Grammmenge möglicherweise angepasst werden. Hinweise finden Sie im Beitrag Futtermenge beim Hund richtig bestimmen.

Trockenfutter, Nassfutter oder BARF wechseln

Beim Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Fütterungsformen verändern sich Wassergehalt, Energiedichte, Zusammensetzung und Zubereitung. Die neue Portion darf daher nicht einfach grammgenau der bisherigen Menge entsprechen.

Wer auf selbst gekochte Rationen oder Rohfütterung umstellt, muss zusätzlich die vollständige Nährstoffversorgung berücksichtigen. Nur Fleisch, Reis oder Gemüse ergeben langfristig keine automatisch ausgewogene Ration.

Wann darf nicht auf eigene Faust umgestellt werden?

Eine vom Tierarzt verordnete Diät sollte nur nach Rücksprache verändert werden. Das gilt beispielsweise bei Nieren-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen- oder Darmerkrankungen, Diabetes, Harnsteinen und diagnostizierten Futtermittelreaktionen.

Auch wenn der Hund wegen Erbrechen, Durchfall oder Gewichtsverlust das Futter wechseln soll, muss zunächst die Ursache geklärt werden. Ein Futterwechsel ersetzt keine Diagnose.

Typische Fehler bei der Futterumstellung

  • Mehrere neue Futtersorten gleichzeitig ausprobieren.
  • Zusätzlich neue Kauartikel, Leckerlis oder Ergänzungsmittel geben.
  • Die gleiche Grammmenge trotz stark unterschiedlicher Energiedichte füttern.
  • Bei Beschwerden jeden zweiten Tag erneut das Futter wechseln.
  • Eine medizinische Diät ohne tierärztliche Rücksprache abbrechen.

Fazit

Eine kontrollierte Futterumstellung gibt dem Verdauungssystem Zeit, sich an das neue Futter anzupassen. Gehen Sie schrittweise vor, beobachten Sie den Hund und verändern Sie möglichst nicht mehrere Dinge gleichzeitig.

Hinweis: Bei anhaltendem Durchfall, wiederholtem Erbrechen, Blut im Kot, Schmerzen, Mattigkeit oder Futterverweigerung ist tierärztlicher Rat erforderlich.

Weiterführende Informationen

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