Giftige Lebensmittel für Hunde: Was im Notfall zu tun ist

Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Zwiebel und Knoblauch als giftige Lebensmittel für Hunde

Viele Lebensmittel, die Menschen problemlos essen, können für Hunde gefährlich sein. Das Risiko hängt unter anderem von Substanz, aufgenommener Menge, Körpergewicht, Gesundheitszustand und Zeitpunkt der Aufnahme ab. Bei einem Verdacht sollte nicht erst auf Symptome gewartet werden.

Was ist im Notfall sofort zu tun?

  1. Verhindern Sie, dass der Hund noch mehr aufnimmt.
  2. Sichern Sie Verpackung, Zutatenliste und mögliche Reste.
  3. Notieren Sie ungefähr aufgenommene Menge und Zeitpunkt.
  4. Rufen Sie umgehend die Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an.
  5. Folgen Sie den dort gegebenen Anweisungen.

Wichtig: Lösen Sie nicht eigenständig Erbrechen aus und geben Sie keine Hausmittel, Salz, Milch, Öl oder Aktivkohle ohne tierärztliche Anweisung. Abhängig von der Substanz kann das die Situation verschlimmern oder wichtige Zeit kosten.

Welche Lebensmittel können für Hunde giftig sein?

Xylit beziehungsweise Birkenzucker

Xylit wird unter anderem in zuckerfreien Kaugummis, Bonbons, Zahnpflegeprodukten, Backwaren und einzelnen Brotaufstrichen verwendet. Bei Hunden kann bereits eine vergleichsweise kleine Menge eine schwere Reaktion auslösen. Jede vermutete Aufnahme ist ein dringender tierärztlicher Notfall.

Schokolade, Kakao und Koffein

Kakao enthält Methylxanthine, zu denen Theobromin und Koffein gehören. Dunkle Schokolade und Backkakao enthalten davon meist mehr als Milchschokolade. Mögliche Folgen reichen von Unruhe und Magen-Darm-Beschwerden bis zu Herzrhythmusstörungen, Zittern und Krampfanfällen.

Weintrauben und Rosinen

Weintrauben, Rosinen, Sultaninen und Korinthen können bei Hunden zu schweren Nierenschäden führen. Eine zuverlässig ungefährliche Menge lässt sich für den einzelnen Hund nicht festlegen. Auch hier sollte sofort die Tierarztpraxis kontaktiert werden.

Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch

Pflanzen aus der Lauchfamilie können rote Blutkörperchen schädigen. Das gilt in roher, gekochter, getrockneter und pulverisierter Form. Gewürzmischungen, Fertiggerichte und Babynahrung können konzentrierte Bestandteile enthalten.

Alkohol und roher Hefeteig

Alkoholische Getränke, alkoholhaltige Speisen und gärender Hefeteig können schwere Vergiftungen verursachen. Roher Teig kann sich zusätzlich im Magen ausdehnen.

Macadamianüsse

Macadamianüsse können bei Hunden unter anderem Schwäche, Erbrechen, Schmerzen, Zittern und erhöhte Körpertemperatur verursachen.

Sehr salzige oder verschimmelte Lebensmittel

Große Salzmengen und verschimmelte Speisen können ebenfalls gefährlich sein. Kompost, Biomüll und Abfallbehälter sollten für Hunde unerreichbar sein.

Welche Angaben braucht die Tierarztpraxis?

  • Gewicht und Alter des Hundes
  • genaue Produktbezeichnung
  • Zutatenliste und Konzentration, soweit angegeben
  • vermutete Menge
  • Zeitpunkt der Aufnahme
  • bereits sichtbare Symptome
  • Vorerkrankungen und Medikamente

Ein Foto der Verpackung oder die komplette Verpackung selbst kann für die Einschätzung hilfreich sein.

Wie lässt sich vorbeugen?

  • Lebensmittel und Medikamente in geschlossenen Schränken lagern.
  • Taschen, Einkaufskörbe und Jacken mit Kaugummi nicht offen liegen lassen.
  • Familie, Gäste und Kinder über gefährliche Lebensmittel informieren.
  • Mülleimer und Kompost hundesicher verschließen.
  • Bei selbst gebackenen Hundekeksen jede Zutat kontrollieren.

Weitere Informationen zu möglicherweise ungeeigneten Bestandteilen finden Sie im Beitrag Schädliches in der Hundenahrung?.

Fazit

Bei einer möglichen Vergiftung zählt eine schnelle fachliche Einschätzung. Verpackung sichern, Menge und Zeitpunkt notieren und sofort Tierarztpraxis oder Notdienst anrufen. Nicht auf Symptome warten und keine eigenständigen Gegenmaßnahmen durchführen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Notfalldiagnose. Bei einer möglichen Aufnahme sofort tierärztlichen Rat einholen.

Fachliche Quellen

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